Hochglanzpolituren verleihen Oberflächen eine beeindruckende Ästhetik und verbessern gleichzeitig funktionale Eigenschaften. Doch der Weg zu diesem spiegelnden Finish erfordert Know-how und Präzision. In dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung zeigen wir Ihnen eine bewährte Methode, um Stahl 1.2343 ESU mit einer Härte von 54 HRC auf Hochglanz zu polieren.
Dabei kommt Folgendes zum Einsatz:
Schritt 1 – Vorbereitung
Zuerst erfolgt eine sorgfältige Beurteilung des Bauteils: Wie wurde die Oberfläche vorbearbeitet – gefräst, geschliffen oder erodiert? Dies entscheidet über die Wahl des geeigneten Poliersteins und der passenden Körnung. In diesem Beispiel wurde die Oberfläche geschliffen, weshalb mit einem 320er-Polierstein begonnen wird. Ein Schneidefluid wird für eine optimale Performance empfohlen.
Schritt 2 – Strichpolitur
Auf dem Weg zum Hochglanz streifen wir auch die Strichpolitur. Sie wird vorwiegend bei technischen Teilen eingesetzt, um Bearbeitungsspuren zu entfernen und die Entformung zu verbessern. Im Beispiel wird zur 400er-Körnung gewechselt und anschließend zur 600er. Dabei ist stets im Kreuzschliffverfahren zu arbeiten.
Bei Beibehaltung der Strichpolitur wird mit Nassschleifpapier nachgearbeitet, andernfalls kann dies übersprungen werden.
Schritt 3 – Erste Politur mit Diamantpaste
Nun kommt bei dem Bauteil Diamantpaste der Körnung 9 μ zum Einsatz. Je nach Material und Härte wird die passende Paste ausgewählt – weitere Details dazu sind im Portal verfügbar. Ein Speed Lap Set und eine Druckluftfeile mit Pendelhub oder Linearhub sollten verwendet werden. Ist die Paste zu trocken, kann ein wenig Verdünner helfen.
Schritt 4 – Feinschliff mit Diamantpaste
Die Oberfläche wird nun mit einer 6-μ-Diamantpaste und einem weichen Läppholz weiter verfeinert. Auch hier ist im Kreuzschliffverfahren zu arbeiten, wobei das Bauteil nach jedem Schritt um 90° gedreht wird. Dadurch werden die vorherigen Arbeitsschritte sichtbar und die Sauberkeit der Bearbeitung wird deutlich.
Schritt 5 – Hochglanzfinish
Abschließend wird mit einer 3-μ-Diamantpaste und einer Ziegenhaarbürste gearbeitet, um die Fläche zu glätten und den Glanz zu intensivieren. Dabei werden kleinste Kratzer sichtbar, die gegebenenfalls ein Zurückkehren zu vorherigen Schritten erforderlich machen. Nachdem die Fläche abpoliert ist, wird sie mit einer 3-μ-Diamantsuspension nachbearbeitet. Abschließend erfolgt eine Reinigung und ein erneutes Polieren mit einer 3-μ‑Diamantsuspension und einem Poliertuch, um den endgültigen Hochglanz zu erzielen.
Für Rückfragen stehen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung.