Anspruchsvolle Werkstoffe sicher bearbeiten
Gehärtete Werkstoffe stellen hohe Anforderungen an Werkzeuge und Prozesse. Ihre Härte und Sprödigkeit erhöhen das Risiko von Werkzeugbruch – besonders bei der Gewindeherstellung am Ende der Fertigungskette. In diesem Stadium sind Fehler kaum zu korrigieren, eine Nachbearbeitung ist aufwändig. Mit dem richtigen Verfahren lassen sich diese Herausforderungen jedoch meistern: Moderne Gewindefrästechnik ermöglicht eine prozesssichere und präzise Bearbeitung, selbst bei hohen Härtegraden.
Warum ist Gewindefräsen ideal für gehärtete Werkstoffe?
Im Vergleich zu konventionellen Verfahren wie dem Gewindebohren oder Erodieren bietet das Gewindefräsen entscheidende Vorteile: kürzere Bearbeitungszeiten, hohe Prozesssicherheit und eine exzellente Gewindequalität. Selbst in gehärteten Werkstoffen lassen sich normgerechte Gewinde effizient herstellen – flexibel, prozesssicher und präzise bis zum letzten Bearbeitungsschritt.
Prozesssicherheit
Das Gewindefräsen gewährleistet einen sicheren Fertigungsprozess – auch bei anspruchsvollen Werkstoffen:
- Ein eventueller Werkzeugbruch führt nicht zur Beschädigung des Werkstücks, da der Fräser kleiner als der Gewindedurchmesser ist.
- Auch das nachträgliche Einbringen von Gewinden in fertige oder gehärtete Bauteile ist sehr zuverlässig.
- Geringe Schnittkräfte sorgen für eine gleichmäßige Kräfteverteilung auf das Werkstück.
- Durch die minimalen Vibrationen bei der CNC-Bearbeitung ist die Bruchgefahr reduziert.
Gewindequalität
Das Verfahren sorgt für eine gleichbleibend exzellente Gewindequalität:
- Saubere Gewinde mit hoher Oberflächengüte dank optimaler Spanabfuhr
- Einhaltung enger Toleranzen durch Radiuskorrektur möglich, auch bei Werkzeugverschleiß
- Exakte Gewindegeometrie mit hoher Lehrenhaltigkeit innerhalb der DIN-Toleranzen
- Nahezu vollständiges Ausnutzen der Gewindetiefe durch Wegfall eines Anschnitts
Flexibilität
Ein Werkzeug – viele Möglichkeiten:
- Mit nur einem Werkzeug lässt sich ein breiter Werkstoffbereich abdecken, dadurch besteht weniger Umrüstaufwand.
- Derselbe Fräser kann sowohl Rechts- und Linksgewinde als auch Sack- und Durchgangslöcher herstellen.
- Unterschiedliche Gewindedurchmesser mit gleicher Steigung sind problemlos möglich.
- Dank der hohen Flexibilität sind diese Fräser auch besonders für die Einzelfertigung und für Kleinserien geeignet.
Effizienz
Das Gewindefräsen überzeugt auch durch wirtschaftliche Vorteile:
- Deutlich schnellere Bearbeitung im Vergleich zum Erodieren – bis zu 10-mal schneller
- Keine separate Kernlochbohrung notwendig – Bearbeitung in einem Schritt
- Geringerer Werkzeugverschleiß und hohe Standzeiten
- Reduzierung von Nebenzeiten und Einsparung von Werkzeugplätzen
- Geringerer Programmieraufwand, weil weniger Prozessschritte nötig sind
Produkthighlight: Gewindefräser WZG 171518
- VHM mit optimierter Beschichtung: besonders verschleißarm
- Große Vielfalt an Gewindedurchmessern, metrisch und Zoll verfügbar
- Optimierte Kühlung durch Nut am Schaft (IKZ)
- Vielseitige Einsatzmöglichkeiten: für die meisten Werkstoffe geeignet (bis 67 HRC)
- Kernloch und Gewinde in nur einem Arbeitsschritt
- Sowohl Trocken- als auch Nassbearbeitung möglich
- CNC-Programmierbeispiel verfügbar
Kühlung bei der Gewindeherstellung
Die Wahl des passenden Kühlsystems hat großen Einfluss auf die Prozesssicherheit und Werkzeugstandzeit. Eine äußere Kühlung mit Luft, Emulsion oder Wasser ist die gängige Lösung. Hierbei sollte die Zuführung möglichst steil erfolgen, um Späne effektiv abzuführen.
Noch bessere Ergebnisse liefert die innere Kühlmittelzufuhr – besonders beim Gewindefräsen. Das Kühlmedium wird direkt an die Schneidkante geführt, was die Spanabfuhr verbessert, die Oberflächenqualität erhöht und die Standzeit des Werkzeugs verlängert. Gleichzeitig sinken Stillstandszeiten durch weniger Werkzeugwechsel und geringeren Reinigungsaufwand – ein klarer Vorteil in Bezug auf die Wirtschaftlichkeit des gesamten Bearbeitungsprozesses.
Welche Werkzeugaufnahme ist die richtige?
Die Werkzeugaufnahme ist ein oft unterschätzter, aber zentraler Faktor für die Qualität, Effizienz und Prozesssicherheit beim Gewindefräsen – insbesondere bei hochpräzisen Anwendungen und anspruchsvollen Werkstoffen. Sie stellt den exakten Rundlauf sicher, reduziert Vibrationen und ist damit für eine hohe Gewindequalität unerlässlich. Außerdem trägt die richtige Werkzeugaufnahme zu einer Verlängerung der Standzeit bei und erleichtert den Werkzeugwechsel.