Werkstattbedarf

Werkzeugaufnahmen – die wichtigsten Schnittstellen für Sie im Überblick

Wer Werkzeughalter für Fräsmaschinen sucht, steht vor einer großen Auswahl an Möglichkeiten. Hier den Überblick zu behalten, ist oftmals gar nicht so einfach. Damit Sie ein besseres Verständnis dafür bekommen und Ihnen die Entscheidung leichter fällt, haben wir für Sie die wichtigsten Normen im Bereich Werkzeugaufnahmen für die Zerspanung zusammengefasst.

Für ein rationelles Wechseln von Werkzeugen in Fräsmaschinen wurden die dafür benötigten Aufnahmesysteme genormt:

  • Steilkegel (SK)
  • Hohlschaftkegel (HSK)
  • Polygonschaftkegel (PSC)

Steilkegel (SK)

Im Bereich Zerspanung ist der Steilkegel die weltweit meistverbreitete Schnittstelle zwischen Werkzeug und Werkzeugmaschine. Er zeichnet sich durch seine Kegelform aus, mit der die Aufnahme in die Maschinenspindel eingeführt wird.

 

Vorteile

  • Gut einführ- und lösbarer Steilkegelschaft
  • Weitverbreitetes System
  • Günstig
  • Hohe Verdrehsteifigkeit
  • Auch für Schwerzerspanung geeignet (ISO 7388-1 und 7388-2)

 

Nachteile

  • Geringe Steifigkeit
  • Unsichere axiale Lage der Schneiden
  • Begrenzte Genauigkeit
  • Nicht geeignet für hohe Drehzahlen aufgrund technisch begrenzter Unwucht
  • Regelmäßiger Austausch des Anzugbolzens aufgrund von Verschleiß

Steilkegel nach DIN 2080

Steilkegel nach ISO 7388-1 (DIN 69871*)

Steilkegel nach ISO 7388-2 (JIS B 6339*)

Steilkegel nach ISO 7388-2 (JIS B 6339*) mit Doppelkontakt

* alte Bezeichnung

Hohlschaftkegel (HSK)

Hohlschaftkegel nach ISO 12164 (DIN 69893)

Eine Weiterentwicklung des Steilkegels ist der Hohlschaftkegel, bei welchem der Werkzeugwechsel ebenso automatisch oder manuell erfolgen kann. Was den Hohlschaftkegel besonders auszeichnet, sind die hohe Wechsel­­genauigkeit aufgrund der Plananlage am Bund und der engen Kegel­toleranzen sowie die kleine, leichte und stabile Bauweise. Durch die formschlüssige Kraftübertragung mittels Mitnehmernuten können große Drehmomente und ruckartige Belastungen aufgenommen werden. Er benötigt keinen Anzugsbolzen zum Spannen und ist für hohe Drehzahlen geeignet.

 

Vorteile

  • Hohe Steifigkeit aufgrund der Abstützung über den Bund der Werkzeugaufnahme
  • Plananlage verhindert ein Verrutschen in Axialrichtung und sorgt für hohe Wechselgenauigkeit und sichere axiale Lage der Schneiden
  • Kleine und leichte Bauweise erlaubt einfachen und schnellen Werkzeugwechsel
  • Für hohe Drehzahlen geeignet
  • Kein Anzugsbolzen notwendig
  • Hohe übertragbare Drehmomente aufgrund
    • kraftschlüssiger Drehmomentübertragung durch Kegel- und Anlagefläche
    • formschlüssiger Drehmomentübertragung durch Mitnehmer­nuten/Bundnuten bei HSK A, HSK B, HSK C und HSK D

 

Nachteil: hohe Kosten

Form A (DIN 69893-1)

Form B (DIN 69893-2)

Form C (DIN 69893-1)

Form D (DIN 69893-2)

Form E (DIN 69893-5)

Form F (DIN 69893-6)

Polygonschaftkegel nach ISO 26623

Beim PSC (Polygon Shank Cone) liegt das Hauptaugenmerk auf der Polygonform des Kegels. Diese sorgt bei der Drehmomentübertragung für einen gleichmäßigen Flächenkontakt zwischen Spindel und Werkzeughalter, was zu mehr Stabilität führt. Des Weiteren werden durch die dickeren Wandstärken im Vergleich zum HSK-Kegel größere Spannkräfte ermöglicht. Das sorgt für höchste Biegesteifigkeit, Drehmomentübertragung und Genauigkeit der Mittenposition. Polygonschaftkegel finden besonders bei Multi-Task-Maschinen (Drehen und Fräsen/Bohren) Anwendung, da die Position des Werkzeugs in der Aufnahme aufgrund des Polygons exakt definiert ist.

 

Größen: C3, C4, C5, C6, C8, und C10

Schnittzeichnung eines Polygonschaftkegels nach ISO 26623

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